Hörluchs TiK®: Warum steckt ein Otoplastiklabor so viel Energie in die Premium-Positionierung von Hörakustikern?

Ein Otoplastiklabor betreibt plötzlich Aufwand wie ein großer Hörgerätehersteller – und denkt Premium-Hören dabei bewusst neu. Spätestens mit der neuen Endkundenkampagne rund um TiK®, einer der laut eigenen Angaben größten Produktionen der Unternehmensgeschichte, ist klar, wie ernst es dem mittelfränkischen Unternehmen ist – aber wieso steckt ein Labor überhaupt so viel Energie in die Premium-Positionierung von Hörakustikern? Wir haben bei Abteilungsleiter Marketing Felix Ehrhardt nachgefragt.

Hörluchs: Hörgeräteversorgung muss auch anders gehen

Die aktuellen Marketingaktivitäten rund um das TiK® würden viele wohl eher von einem großen Hersteller als von einem Otoplastiklabor erwarten. Felix Ehrhardt hat uns erzählt, warum Hörluchs diesen Aufwand betreibt  – und dahinter steht die Überzeugung, dass Hörgeräteversorgung auch anders geht, als es in der Branche heute üblich ist.

Fast jeder Hersteller erzählt seine Geschichte über Technik. Mehr Kanäle, mehr Konnektivität, mehr Künstliche Intelligenz im Chip. Hörluchs setzt den Fokus bei TiK® bewusst anders.

Marketingleiter Felix Ehrhardt erklärte uns die Hintergründe zu TiK®

„Die eigentliche Frage, die am Anfang der Entwicklung stand, lautete daher nicht: Wie bauen wir ein noch besseres Hörsystem. Sondern: Wie kann Premium für einen Hörakustiker im Alltag überhaupt planbar werden“, erklärt Felix Ehrhardt. Dahinter steckt eine der größten Herausforderungen der Branche, die viele Fachgeschäfte schon heute deutlich spüren.

„Die Zahl der Menschen mit Hörbedarf steigt. Gleichzeitig fehlen Fachkräfte, Beratung und Anpassung werden komplexer, und der Preisdruck im Markt wächst. Unter diesen Bedingungen ist Premium keine reine Produktfrage mehr. Es ist eine Frage der Organisation“, so Ehrhardt. „Und wir haben die Chance gesehen, Premium neu zu denken. Nicht nur als Produkt, sondern als gesamtes System aus Technik, Service, Marketing und Vertrieb.“

Planbarkeit als eigentliches Premium-Merkmal

Und genau das ist der Punkt: Hörluchs kennt die Probleme aus erster Hand und hat nicht nur sein Hörsystem vor diesem Hintergrund entwickelt, sondern auch ein völlig neues Anpass- und Versorgungskonzept auf die Beine gestellt – alles unter Berücksichtigung des immer gravierender werdenden  Fachkräftemangels.

Dabei spielen insbesondere Planbarkeit und Verlässlichkeit eine große Rolle: Der gesamte Prozess ist neu gedacht, Anpassung und Fertigung sind eng verzahnt. Dadurch können Hörakustiker ihren Kunden verlässlich sagen, wie der Ablauf aussieht und was sie von der Versorgung erwarten kann – und das spart letztlich Zeit, während gleichzeitig der Versorgungserfolg optimiert wird.

Hörluchs TiK®: Mit Prozessoptimierung gegen den Fachkräftemangel

Praktisch funktioniert das beim TiK® so: Beim ersten Termin wird nicht nur eine klassische Tonaudiometrie durchgeführt, sondern auch Sprachmessungen, subjektive Klangbewertungen und die kognitive Hörverarbeitung ermittelt. All diese Informationen fließen in ein Wohlklang-Profil ein und dieses wird bereits vor der Auslieferung in die werksseitige Programmierung des Hörsystems übernommen. Der sogenannte SpeechFitTM geht damit über einen klassischen First Fit hinaus: Denn statt die Voreinstellungen vor allem anhand des Audiogramms und einer Anpassformel zu berechnen, werden beim SpeechFitTM zusätzlich personenbezogene Messdaten berücksichtigt.

Der Effekt ist eine hohe Spontanakzeptanz bereits bei der ersten Übergabe – und dadurch weniger Nachanpassungen bis der Kunde erfolgreich versorgt ist. Hier versteckt sich der Premiumgedanke also vor allem im Prozess: Es ist weniger Personal erforderlich, um eine hochwertige Versorgung zu garantieren. Dabei ist es Felix Ehrhardt wichtig zu betonen: „Das Verfahren soll die audiologische Kompetenz des Hörakustikers nicht ersetzen, sondern strukturiert unterstützen.“

Die Prozessoptimierung geht so weit, dass die Feinjustierung über ein iPad erfolgen kann und man damit nicht mehr zwingend an das Fachgeschäft gebunden ist. Das eröffnet Möglichkeiten für Hausbesuche oder sogar für Anpassungen dort, wo Hörprobleme tatsächlich auftreten – im Café, im Straßenverkehr oder in einer Pflegeeinrichtung.

Eine der aufwendigsten Endkundenkampagne von Hörluchs

Das TiK® macht also einiges anders. Und gerade deshalb betreibt Hörluchs aktuell so viel Marketingaufwand – das Konzept muss erklärt werden. „Ein gutes Konzept nützt wenig, wenn niemand davon mitbekommt“, sagt Felix Ehrhardt.

Der neue Content für TiK®“ ist die Grundlage für eine der aufwendigsten Endkundenkampagnen der Unternehmensgeschichte, mit professionellen Foto- und Videoproduktionen für den gesamten DACH-Raum. Daraus ist sämtliches Werbematerial entstanden, von Flyern über Landingpages und Social-Media-Posts bis zu Schaufenstergrafiken und Pressematerialien, die TiK®-Partnern zur eigenen Verwendung zur Verfügung steht. Ergänzt wird das durch Schulungen, individuelle Marketingunterstützung, einen persönlichen Ansprechpartner im Außendienst sowie finanzielle Unterstützung bei Google-Anzeigen und Social-Media-Kampagnen über die Plattform axregio.

So kann die Präsentation des TiK® im Schaufenster aussehen.

Hörluchs möchte mit Demut an das Thema Hörgeräte herangehen

Bei all dem Aufwand stellt Felix Ehrhardt jedoch auch klar: Es geht nicht darum, möglichst viele Standorte zu gewinnen. „Uns kommt es vielmehr darauf an, dass die Partner, die sich für TiK entscheiden, maximal erfolgreich durch unseren Vertrieb und unser Marketing betreut werden.“ Genauso wenig gehe es Hörluchs darum, in Konkurrenz zu den großen Konzernen zu treten – man wolle mit Demut an dieses Thema herangehen.

Gute Hörgeräte gibt es viele. Die Chance, im Rahmen eines neuen Produktes die gesamte Hörgeräteversorgung vollkommen neuzudenken ist einmalig. Und diese Chance hat Hörluchs für sich genutzt. TiK® bietet Hörakustikern damit die Möglichkeit, ihren Kunden ein echtes Premium-Erlebnis anzubieten und sich gleichzeitig sicher für die Zukunft aufzustellen.



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