Launch: ReSound bietet mit Sensia weiterhin kleinstes KI-Hörgerät, aber jetzt mit DNN-Automatik

Mit der neuen Hörsystem-Familie ReSound Sensia löst der Hersteller seine Premium-Familie Vivia ab. Die neue Produktreihe übernimmt viele bekannte Funktionen, bringt aber auch wesentliche technische Neuerungen mit, die insbesondere den zusätzlichen DNN-Chip betreffen: Im Zentrum steht die Funktion Intelligent All-Around – eine KI-gestützte Automatik für wechselnde Hörsituationen.

Neue Hörgerätefamilie von ReSound: Sensia löst Vivia ab

Mit  Vivia brachte ReSound letztes Jahr  erstmals ein eigenes Hörsystem mit einem zusätzlichen DNN-Chip auf den Markt. Dieser ermöglichte insbesondere Funktionen wie den Intelligent Focus – eine KI-gestützte Richtcharakteristik, die das Maximum an Sprachverstehen in schwierigen Hörsituationen herausholen kann. Die neue Hörsystemfamilie Sensia, die nun Vivia ablöst, erweitert das Hörsystem um ein neues Konzept: Intelligent All-Around. Die Direktionalitätsautomatik orientiert sich an natürlichen Hörstrategien und schaltet bei Bedarf den DNN-Chip hinzu.

Intelligent All-Around: drei Features für besseres Sprachverstehen und weniger Störlärm

Hinter Intelligent All-Around verbirgt sich das Zusammenspiel dreier Technologien: der Umgebungsanalyse AcoustIQ, dem bereits von Vivia bekannten 4-Mikrofon-Beamforming sowie einer KI-gestützten DNN-Störgeräuschreduzierung.

Die Idee: Erst erkennt das Hörsystem mittels AcoustIQ, in welcher Hörsituation sich der Träger befindet. Daraufhin werden die passenden Richtmikrofon- und Komfortfunktionen aktiviert. Und wenn die Umgebung besonders anspruchsvoll wird – beispielsweise bei Gesprächen in lautem Störlärm – schaltet sich die intelligente DNN-Störgeräuschreduzierung dazu.

Intelligent All-Around fußt auf dem Zusammenspiel dreier Technologien.

AcoustIQ: Echtzeit-Klassifizierung und Feature-Aktivierung von ReSound

Die Basis bildet die weiterentwickelte Umgebungsanalyse AcoustIQ. Sie analysiert kontinuierlich die akustische Umgebung, ordnet sie einer von sieben Hörsituationen zu und entscheidet anschließend, welche Funktionen aktiviert werden. AcoustIQ wurde mit künstlicher Intelligenz trainiert und erkennt die Umgebung laut internen Studien mit einer Genauigkeit von 91 Prozent.

Neu ist dabei vor allem die feinere Steuerung der verschiedenen Beamforming-Modi. Während in ruhigen Umgebungen ein möglichst offenes, räumliches Hören erhalten bleibt, verengt sich die Richtwirkung in anspruchsvolleren Situationen zunehmend. Ziel ist ein fließender Übergang zwischen den einzelnen Hörstrategien, ohne dass Nutzer einen Programmwechsel bemerken.

4-Mikrofon-Beamforming passt sich der Hörsituation an

Auf Basis der Umgebungsanalyse arbeitet das bereits bekannte 4-Mikrofon-Beamforming. Dabei tauschen die beiden Hörsysteme ihre Mikrofonsignale miteinander aus, um einen variablen Richtstrahl zu erzeugen. Dieser kann Sprache gezielt hervorheben und gleichzeitig räumliche Orientierung erhalten.

Je nach Hörumgebung kommen unterschiedliche Strategien zum Einsatz. In ruhigen Situationen bleibt die Umgebung weitgehend offen hörbar. Bei mittlerem Störgeräusch unterstützt das System das sogenannte “bessere Ohr”, während in lauten Situationen der Fokus stärker auf Sprache vor dem Träger gelegt wird. Diese automatische Anpassung gehört bereits ab Technikstufe 4 zum Funktionsumfang und bildet eine wesentliche Grundlage für die neue Premium-Automatik.

Neue DNN-Störgeräuschreduzierung

Die eigentliche Neuerung von Sensia betrifft den zusätzlichen DNN-Chip, der mit Vivia eingeführt wurde und parallel zum 360-Chip arbeitet. Die DNN-basierte Störgeräuschreduzierung steht jetzt nicht mehr ausschließlich in einem separaten Hörprogramm zur Verfügung, sondern wird bereits im ersten Automatikprogramm situationsabhängig zugeschaltet. Durch das Zusammenspiel von enger Richtcharakteristik nach vorne mittels 4-Mikrofon-Beamforming und der DNN-Störgeräuschreduzierung können in herausfordernden Hörsituationen das Sprachverstehen von vorne und gleichzeitig der Hörmkomfort stark verbessert werden.

In einer Studie, die ReSound gemeinsam mit dem Hörzentrum Oldenburg durchgeführt hat, konnten 80 Prozent der Teilnehmenden die Zielperson besser verstehen als mit einer anderen führenden Hörlösung mit DNN-Störgeräuschreduzierung (Jespersen & Rubachandran (2026)).

Der DNN-Chip wurde im Vorfeld mit Millionen Sprachbeispielen trainiert, und spielt bei Sensia laut Unternehmensangaben seine Vorteile insbesondere in dynamischen Geräuschsituationen voll aus. Sprache soll dadurch deutlicher hervorgehoben werden, während genügend Umgebungsinformationen erhalten bleiben, um eine natürliche Orientierung zu ermöglichen.

Vier Technikstufen und verschiedene Bauformen

Selbstverständlich ist auch Sensia mit der ReSound Smart 3D-App kompatibel.

Zum Marktstart erscheint ReSound Sensia zunächst als RIE- sowie als IdO-Familie. Erhältlich sind das wiederaufladbare microRIE 60S, das batteriebetriebene RIE 61 sowie die Im-Ohr-Varianten ITC und CIC. Wie auch Vivia umfasst die Familie die vier Technikstufen Sensia 9, Sensia 7, Sensia 5 und Sensia 4.

Die neue Automatik Intelligent All-Around bleibt zunächst dem Sensia 9 microRIE vorbehalten. Die KI-gestützte DNN-Störgeräuschreduzierung, die manuell über die ReSound Smart 3D App aktiviert werden kann, steht dagegen bereits ab Technikstufe 7 zur Verfügung. Bei Sensia 9 lässt sich zusätzlich deren Intensität über die App anpassen. Die RIE-Modelle werden in zehn Farbvarianten angeboten, die IdO-Ausführungen in sechs Farbgebungen – an der Bauform selbst ändert sich im Vergleich zu Vivia nichts.

Bewährte Funktionen bleiben erhalten

Neben den neuen KI-Funktionen übernimmt Sensia zahlreiche bekannte Merkmale der bisherigen Plattform. Dazu gehören unter anderem Bluetooth LE Audio und Auracast-Unterstützung, die M&RIE-Hörer-Kompatibilität, austauschbare Mikrofonfilter sowie das einheitliche Hörer- und Domes-Portfolio. Spannend dabei: Ähnlich wie das DNN-Feature, das nun bereits ab Technikstufe 7 verfügbar ist, setzt ReSound zahlreiche bereits von ReSound Vivia bekannte Funktionen nun schon in unteren Technikstufen ein. Dadurch ergibt sich ein echter Technikvorteil für Nutzer. Flexible Demo-Hörsysteme bleiben ebenfalls Bestandteil des Portfolios.

Neben den neuen KI-Funktionen schafft ReSound Sensia letztlich auch mehr Übersichtlichkeit im Portfolio – die neue Familie löst nämlich nicht nur Vivia ab, sondern zu weiten Teilen auch die Familie Nexia, unter welcher bislang die Premium-IdOs angeboten wurden. Alle weiteren Infos zur neuen ReSound-Hörgerätefamilie Sensia gibt es hier.



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