Phonak startet mit EON in den Herbst: Mehr KI, kleineres Gehäuse, längere Laufzeit

Phonak bringt mit EON die nächste Generation seiner Hörgeräteplattform auf den Markt. Die neue Architektur setzt auf den eigens entwickelten HYPERSONIC KI-Chip und kombiniert Spheric Speech Clarity 3.0, AutoSense OS AI 8.0 sowie Made for All-Konnektivität inklusive Auracast in einem effizienteren System. Das Ergebnis ist ein kompakteres, leichteres Design: 25 Prozent kleiner und 20 Prozent leichter als die vorherige Sphere-Generation und das bei einer Akkulaufzeit von bis zu 38 Stunden. Zum Launch gibt es drei Akku-Modelle und drei Preisklassen.

Aus diesen Modellen besteht das neue EON Portfolio

Das neue Phonak EON Portfolio umfasst drei Hörlösungen für unterschiedliche Versorgungssituationen. Das Audéo EON Sphere und das Audéo EON R eignen sich für Menschen mit leichtgradigem bis hochgradigem Hörverlust, während das Audéo EON Sphere zusätzlich mit dem  KI-Feature Spheric Speech Clarity 3.0  ausgestattet ist. Beide Modelle setzen auf AutoSense OS AI 8.0 und universelle Konnektivität einschließlich Auracast Broadcast Audio.

Für Kunden mit einem nicht versorgbaren Hörverlust auf einem Ohr bietet Phonak das CROS EON R. Beim CROS System gehören AutoSense OS AI 8.0 sowie universelle Konnektivität einschließlich Auracast Broadcast Audio ebenfalls zur Ausstattung.

    

Ladestationen, Software, App und Farben

Zum Portfolio gehören außerdem zwei neue Ladelösungen. Der ChargerGo RIC I E ist ein mobiles Ladegerät mit integriertem Akku. Der Charger RIC E ist als stationäre Ladelösung für zu Hause gedacht. Begleitend zur Hardware hat Phonak die Anpasssoftware Phonak Target verbessert. Auch die myPhonak App und die myPhonak Junior App wurden aktualisiert. Das Portfolio ist in acht Farben erhältlich und bietet damit verschiedene Möglichkeiten, die Hörgeräte an den persönlichen Stil der Kunden anzupassen.

Sven Kreher, Leiter der Audiologie, und Steffen Kohl, Leiter Marketing, präsentierten EON während des Online Launch Events

Made for All: EON verbindet mehr als nur Smartphones

Mit EON baut Phonak seine „Made for All“ Konnektivität weiter aus und will erklärtermaßen Nutzer stärker in eine zunehmend vielfältige, digitale Kommunikationswelt einbinden. Das System verbindet sich laut Phonak mit praktisch jedem bluetoothfähigen Gerät und vereint Bluetooth Classic, RogerDirect sowie Auracast Broadcast Audio in einem Hörgerät. Damit sind nicht nur Telefonate und Audio Streaming möglich, sondern auch die Nutzung kabelloser Roger Mikrofone und dank Auracast öffentliche Audioübertragungen, etwa in Museen, Theatern oder Flughäfen.

Phonak setzt dabei weiterhin auf Bluetooth Classic. Wie Sven Kreher bei der Launch Veranstaltung erklärte, könne sich selbst ein älteres Nokia 8610 mit dem EON verbinden, um freihändig zu telefonieren. Neu ist die Auracast Unterstützung ab der Technologiestufe 30. Sie soll barrierefreieres Hören im öffentlichen Raum ermöglichen. Nutzer können verfügbare Auracast Übertragungen entweder über den Auracast Assistenten ihres Smartphones oder über den in die myPhonak App 7.50 integrierten Auracast Assistenten auswählen.

Auch beim Streaming soll EON automatisch mitdenken: Die Hörgeräte können zwischen Sprach- und Musik-Streaming klassifizieren. Je nach erkanntem Inhalt werden passende Klangcharakteristiken aktiviert, damit Gespräche verständlich und Musik möglichst natürlich übertragen wird.

Dieser KI Ansatz steckt in den EON Geräten

Der „ERA-Chip” bei Phonak ist der Basis-Prozessor, der in der aktuellen EON-Plattform und bereits in der Infinio-Generation für die klassische Hörgerätefunktionalität und die Konnektivität zuständig ist. ERA steht für „Enhanced Real-time Audio” und übernimmt Aufgaben wie grundlegende Signalverarbeitung, Verstärkung, Rückkopplungsmanagement, Bluetooth Classic, RogerDirect, binaurale Kommunikation und seit EON auch Auracast-Broadcast-Audio.

Im Dual-Chip-Setup von EON Sphere arbeitet der ERA-Chip mit einem zweiten, dedizierten KI-Prozessor zusammen, dem neuen HYPERSONIC-Chip. Bei der Vorgängergeneration Infinio Sphere war das der DEEPSONIC-Chip. Während ERA also die Kernfunktionen und Konnektivität stemmt, führt HYPERSONIC die KI-gesteuerte Echtzeit-Sprachtrennung Spheric Speech Clarity 3.0 und die Umgebungsanalyse AutoSense OS AI 8.0 aus. Diese Aufgabenteilung soll Effizienzvorteile bringen und ermöglicht bei EON ein kompakteres, leichteres Gehäuse bei längerer Akkulaufzeit. Das Ergebnis sei ein klareres Sprachverstehen im Alltag, das einmal mehr die Höranstrengung reduzieren kann.

Der HYPERSONIC Chip ist also das Herzstück von Phonak EON und bringt fortschrittliche KI zur verbesserten Spracherkennung direkt in den Höralltag der Kunden. Das Ergebnis sei ein klareres Sprachverstehen im Alltag, das die Höranstrengung einmal mehr reduzieren soll.

Anders Rosengren, Chief R&D Officer bei Sonova erklärt den KI Ansatz folgendermaßen: «Unsere führende Position im Bereich KI beruht auf jahrelanger audiologischer Forschung, proprietären Daten und der vollständigen End-to-End Kontrolle über den gesamten Technologie-Stack. Sie umfasst unsere speziell entwickelte KI-Trainingspipeline und Algorithmen, Chipdesign, Software sowie eine vollständige Systemintegration. EON baut auf dieser Grundlage auf und macht leistungsstarke Echtzeit-KI in einem kleineren, effizienteren Design möglich – mit spürbaren Fortschritten bei Sprachklarheit, Hörkomfort, Windgeräusch-Unterdrückung und Konnektivität.»

        



Was noch in EON steckt

Mit EON hat Phonak auch die Signalverarbeitung weiterentwickelt. APD 4.0 passt die Kompressionsgeschwindigkeit in Echtzeit an die jeweilige Hörsituation an und soll so den Kontrast zwischen Sprache und Umgebung verbessern. Ab der Technologiestufe 50 kommt zudem die erwähnte Spheric Speech Clarity 3.0 zum Einsatz: Die Funktion nutzt wie erwähnt die DNN basierte Störgeräuschreduzierung, um Stimmen stärker in den Vordergrund zu rücken und die Höranstrengung zu senken. In den Klangbeispielen der Launch Veranstaltung wirkte die Sprache deutlich präsenter und kraftvoller. Auch die Windgeräuschunterdrückung wurde mit WindBlock 2.0 grundlegend überarbeitet. Sie soll Windgeräusche um bis zu 50 dB reduzieren, ohne dass gesprochene Sprache dabei an Verständlichkeit verliert. Auch das präsentierte Phonak während der Veranstaltung durch deutliche Klangbeispiele.

Im “Herbst der Hörgeräte-Neuheiten” lässt sich Phonak also nicht lumpen und die Vorstellung der Audéo EON-Systeme kann daher auch als Rundum-Aufschlag der Fellbacher gesehen werden: Kleiner, schneller, effektiver im Störlärm und bei Wind, Auracast und die Weiterentwicklung der Echtzeit-KI mit einem eigenen Modell. Sonova CEO Eric Bernard erklärte im August, mit EON mache Phonak spürbare Fortschritte beim Sprachverstehen, beim Tragekomfort und bei der Konnektivität. Die neue Plattform stärke damit nicht nur Sonovas Innovationsposition in der Hörversorgung, sondern unterstütze die derzeit positive Geschäftsentwicklung des Unternehmens, was sicher auch für die Hörakustik-Betriebe gemeint war.



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